ADS/ADHS

Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom


ADS/ADHS ist ein Krankheitsbild, welches in Deutschland seit einiger Zeit dauernd in den Medien auftaucht.
 Auf der einen Seite wird es nach wie vor noch zu selten qualifiziert diagnostiziert, auf der anderen Seite soll heute jedes verhaltensauffällige Kind und jeder Schul-"versager" ein ADS/ADHS haben.
 Jungen scheinen mehr betroffen als Mädchen, wobei beachtet werden muss, dass Jungs eher den hyperaktiven Typ des ADS/ADHS haben, während Mädchen eher die "Träumer" sind. Oft sind auch mehrere Mitglieder in einer Familie von der gleichen Problematik betroffen.
     
Häufig fallen diese Kinder bereits in der Säuglings- und Kleinkindzeit als "Schreikinder", oder sie haben Trink- und Schlafstörungen. Im Kindergarten dann, sind sie es, die es im Stuhlkreis nicht lange aushalten und bei vielen Tätigkeiten die ständige Aufmerksamkeit der Erzieherin benötigen.
 Problematisch wird es jedoch für die meisten Kinder erst mit Beginn der Schule. Die beiden ersten Schuljahre gehen gerade noch, aber ab dem dritten Schuljahr, mit zunehmender Leistungsanforderung und zunehmender Eigenverantwortung, spitzt sich die Situation zu.  
     
Die "Träumer", das zweite Gesicht des ADS/ADHS, fallen in der Schule nicht unangenehm durch Stören etc. auf, zeigen jedoch ein ähnlich schlechtes Leistungs- und Belastungsprofil wie die Kinder mit ADS/ADHS und Hyperaktivität.  
     
Über die Ursachen des ADS/ADHS gibt es eine große Anzahl von Erklärungsansätzen, so spielt wohl eine genetische Komponente eine Rolle, aber eventuell auch andere, wie z.B. eine Stoffwechselstörung im Gehirn.
Vielleicht muss man sich auch mit dem Gedanken vertraut machen, dass ADS/ADHS ein multifaktoriell bedingtes Geschehen ist.
     
Unser diagnostischer Ansatz bei solchen Kindern umfasst ein umfangreiches und individuell erstelltes Testprofil, um Stärken und Schwächen zu definieren. Eine umfangreiche Anamnese, ebenso Gespräche mit beteiligten Pädagogen und Therapeuten. Wenn erforderlich werden fachärztliche Konsile eingeholt.  
     
Der therapeutische Ansatz umfasst neben den, in unseren Augen unabdingbaren, basalen Strukturmaßnahmen zuhause und in der Schule, gegebenenfalls eine therapeutische Unterstützung durch Fachkräfte, und in problematischen Fällen auch medikamentöse Massnahmen.  
     
Wichtig ist auch die kontinuierliche Begleitung von Kind und Eltern in der therapeutischen Phase, um gegebenenfalls Korrekturen oder Modifikationen im Konzept zu treffen.